
Zum 70. Mal zeigt das Klingspor Museum seine Internationale Kinderbuch Ausstellung. Gezeigt werden rund 150 aktuelle Neuerscheinungen aus zahlreichen Ländern, die durch Gestaltung oder Erzählweise hervorstechen. Das Jubiläum ist Anlass für eine historische Rückschau auf sieben Jahrzehnte Bilderbuch und für die Frage, wie sich Themen und Bildsprache verändert haben und wohin die Entwicklung gehen könnte.
Rückblick auf thematischen und bildsprachlichen Wandel
Die Ausstellung dokumentiert, wie sehr sich Inhalte im Kinderbuch gewandelt haben. Während in den 1950er Jahren noch oftmals eine heile Kinderwelt mit festen Rollenbildern vermittelt wurde, veränderte sich die Produktion spätestens in den 1970er Jahren. Progressive Verlage brachten kritische Kinderbücher heraus und öffneten damit einen neuen Raum für das Genre. Seitdem werden kindliche Sorgen und Probleme ernst genommen und Themen wie technische Entwicklungen, gesellschaftliche Umbrüche, Krieg, Flucht und Diskriminierung aus kindlicher Perspektive verhandelt.
In den letzten Jahren haben emanzipatorische Bewegungen das Bilderbuch weiter beeinflusst. Alte Rollenbilder werden hinterfragt, Stereotypen kritisch betrachtet und die gesellschaftliche Vielfalt ist zu einem prägenden Thema geworden. Zunehmend finden sich Bücher, die Kinder darin bestärken, ihren Körper, ihre sexuelle Orientierung und ihre Fähigkeiten wertzuschätzen. Parallel dazu hat sich die Bildsprache verändert. Zeitgenössische Illustrationen beziehen sich zwar mitunter auf Stile der fünfziger und sechziger Jahre, entwickeln aber eigenständige Ausdrucksformen.
Ivan Gantschev als prägende Figur
Ein Schwerpunkt der Schau sind Originalaquarelle des Illustrators Ivan Gantschev. Der in Bulgarien geborene Künstler prägte das Bilderbuch der 1970er und 1980er Jahre mit ruhigen, poetischen Bildern. Viele seiner Arbeiten zeigen Motive seiner Heimat und wurden vielfach ausgezeichnet. Die Präsentation der Aquarelle ergänzt die Auswahl der aktuellen Neuerscheinungen und macht Übergänge und Kontinuitäten der Illustration sichtbar.
Begleitprogramm und praktische Hinweise
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm aus Führungen, Workshops und Lesungen begleitet. Zu den Angeboten gehören kuratorische Führungen, Familiennachmittage mit Bastelangeboten, Workshops zur Kalligrafie und Comicwerkstätten sowie ein Ferienprogramm mit Buchwerkstatt. Einige Termine sind kostenpflichtig oder erfordern Anmeldung, andere Angebote sind offen und kostenlos.
Beispiele aus dem Programm sind eine Kuratorinnenführung am 12. Dezember, ein Familiennachmittag mit Stempeldruck am 14. Dezember und ein offener Bastelworkshop zum Feiern am 30. Dezember. Im Januar stehen unter anderem ein Ferienprogramm zwischen dem 6. und 9. Januar sowie Lesetage für Kitas auf dem Programm. Den Abschluss bildet eine Finissage am 15. März.
Öffnungszeiten des Klingspor Museums sind Dienstag bis Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Freitag 14 bis 21 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr. Montags ist das Haus geschlossen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Die Ausstellung wird unterstützt von der Vereinigung Freunde des Klingspor Museums. Informationen zu Anmeldung und Angeboten sind über das Museum erhältlich.
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